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Bald ist Weihnachten, das Fest des Konsums. Mein Onlineshop macht mehr als die Hälfte seines Jahresumsatzes in der Weihnachtszeit. Es ist die Zeit, in der wir Dinge kaufen wie bekloppt, um sie anderen zu geben. Doch was, wenn du jemanden in der Familie hast, der weniger Sachen haben möchte? Das muss nicht gleich ein digitaler Nomade sein, der alles weggegeben hat. Es kann auch jemand sein, der sein Leben vereinfachen und einfach ein bisschen entrümpeln möchte.

Ein nicht ganz uneigennütziger Guide für alle, die demnächst vor dem Problem stehen, jemanden beschenken zu wollen, der nichts haben möchte.

Was wünscht sich ein Minimalist zu Weihnachten?

Eigentlich gilt das für alle, die man beschenkt: Prüfe genau, ob dein Geschenk für den Beschenkten auch wirklich ein Geschenk ist. Bei Minimalisten und digitalen Nomaden gilt das besonders für physische Güter. Sie haben da meist ganz konkrete Vorstellungen, was sie haben wollen und was nicht. Auch das exakte Modell ist meist ziemlich klar. Auch, wenn Du denkst, dass etwas nützlich wäre (und wenn es sogar wirklich nützlich wäre) heißt das nicht, dass der Beschenkte es haben möchten. Digitale Nomaden packen nichts ein, was man ja mal gebrauchen könnte. Sie packen nur das ein, was sie absolut nicht entbehren können. Und nicht mal davon alles.

Im Zweifel nichts schenken

Bevor man aus Pflichtgefühl irgendwas schenkt, was der Beschenkte erst mehrere Monate mit sich rumschleppt und dann entsorgt, schenke lieber nichts. Das muss derjenige abkönnen, hat er sich doch versprochen, Dingen und Besitz nicht mehr so viel Platz einzuräumen. Ein toller Weihnachtsabend mit leckerem Essen und einer guten Zeit kann schon alles sein, was den Beschenkten glücklich macht. Und wenn du doch etwas schenkst: Nicht beleidigt sein, wenn das Geschenk nach einem Jahr schon jemand anderem gehört. Digitale Nomaden schaffen Dinge auch temporär an und geben sie wieder weg, wenn sie sie nicht mehr brauchen.

Was sind ganz konkrete Anforderungen, wenn ich doch etwas schenken will?

Minimalisten wollen wenig physischen Besitz, er darf nicht schwer sein, nicht viel Platz brauchen und muss eine oder mehrere nützliche Funktionen haben. Neben ganz bestimmten, wenigen physischen Gütern eignet sich daher auch alles, was nichts physisch ist: digitale Güter, Erlebnisse und Erfahrungen oder etwas idealistisches, was anderen zugute kommt, nicht direkt dem Beschenkten.

Ganz konkrete Geschenkideen

Ausrüstung

Wie oben schon gesagt: Du solltest Dir ganz sicher sein, dass der Beschenkte das auch wirklich will. Entweder, derjenige hat einen Wunschzettel, oder du sprichst mit ihm darüber. Es ist ja heute nichts besonderes mehr, mit Beschenkten vorher abzumachen, was geschenkt wird. Das ist zwar nicht so schön wie überrascht zu werden, aber kann wirklich eine gute Idee sein.

Hier ein weiterer Beitrag mit 7 Produktempfehlungen für digitale Nomaden.

e-Reader

Wenn der digitale Nomade gerne Bücher liest und noch keinen eReader hat, dann ist das eine gute Wahl. Hauptproblem dürfte sein, dass der Beschenkte schon einen eReader besitzt. Das bekannteste Gerät ist der Kindle von Amazon. Ich besitze einen Reader von Sony und bin sehr glücklich damit.

Lies auch meine Buchempfehlungen zum Thema „selbständig machen“.

Amazon-Gutschein

Ich freue mich z.B. immer über Gutscheine von Amazon: Ich kann mir damit neue Bücher für meinen eReader kaufen. Da es bei Amazon fast alles gibt, bekomme ich auch meine Ausrüstung von Amazon, wenn ich mal in Deutschland oder in der Nähe bin.

Erlebnisse

Alles, was man erleben kann. Wenn Ihr zusammen Weihnachten feiert, ist das eine gute Gelegenheit für eine gemeinsame Erfahrung. Gibt es vielleicht in dieser Zeit ein Konzert oder Event, das ihr besuchen könnt? Auch ein Gutschein für eine Wellness-Behandlung oder eine Einladung ins Kino oder zum Essen ist toll.

Digitale Güter

Bei physischen Gütern sind digitale Nomaden sehr wählerisch, dafür hauen sie sich die Festplatte ihres Computers mit allem möglichen voll. Es kann gut sein, dass der digitale Nomade deines Vertrauens gerne eine bestimmte Software hätte, um einfacher arbeiten zu können, oder er würde gerne einen Onlinekurs machen, um seine Fähigkeiten zu erweitern. Wie wäre es z.B. mit einer Premium-Mitgliedschaft bei Spotify? Vielleicht ist deine „Zielperson“ selbständig und hat sein eigenes Business: Gibt es Services, die er nutzt und von denen er gerne einen Premium-Account hätte? Das wäre was.

Spenden

Minimalisten haben sich oft davon losgesagt, großen Reichtum anzuhäufen und sehen Geld als Mittel zum Zweck. Gleichzeitig haben sie in den Ländern, die sie bereisen, oft Armut gesehen und Menschen, für die das tägliche Leben ein Kampf ist. Spende doch im Namen des Beschenkten eine Summe an eine wohltätige Organisation deiner Wahl. Kiva ist zum Beispiel eine tolle Organisation, die Kredite an Kleinunternehmer in armen Ländern vergibt. Das passt super zum Weltbild von digitalen Nomaden.

Geld

Geldgeschenke sind heutzutage sehr häufig, aber trotzdem noch mit einem Schmuddelimage behaftet: Geld schenkt man, wenn einem nichts anderes einfällt. Für digitale Nomaden kann der Mammon aber ganz unschnöde sein: Geld verspricht die größtmögliche Flexibilität und ist sozusagen ein allgemeingültiger Gutschein. Der digitale Nomade kann sich damit jeweils gerade das kaufen, was er braucht. Zum Beispiel mal ein besseres Hotelzimmer, wenn er von Schlafsälen die Nase voll hat, oder ein gutes Essen, einen Schlafwagen im Zug oder eben die physischen Dinge, die er jetzt braucht (aber vor und in zwei Monaten nicht).

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir geholfen, auf eine Geschenkidee zu kommen. Hast Du weitere Geschenkideen? Schreib sie in den Kommentarbereich!

Foto: JD Hancock cc