Ich fliege heute abend von Hong Kong nach Stuttgart. Fast neun Monate lang war ich nicht in Deutschland, heute ist der Tag, und ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Aber einfach nichts sagen geht auch nicht. Deshalb jetzt so eine Art Freewriting (redigiert).

Ich freue mich schon seit Wochen darauf, Euch alle wiederzusehen, so viel steht fest. Und dann kann ich allen erzählen, was ich gemacht habe und bin überhaupt der größte. Jaja. Ich bin sehr gespannt, wie ich Deutschland und Berlin jetzt wahrnehme, ob ich mich sehr verändert habe, und wenn ja, ob ich mich in Berlin gleich wieder verändere. Zum Beispiel war es in den meisten Orten total normal, Leute auf der Straße anzuschauen (meist war es von meiner Seite eher ein zurückschauen, da ich eh immer angeschaut wurde) und zu grüßen. Jetzt bin ich in Hong Kong und hier ist es schon wieder sehr wie in Berlin. Keiner nimmt den anderen war, es sei denn, er taucht als Statusmeldung auf dessen Smartphone auf.

In den letzten Monaten habe ich seltener geschrieben, weil mir mein neuer Lebensstil schon so gewohnt vorkommt. Was soll ich euch erzählen? Die krassesten Sachen werden normal, wenn man sie dauernd erlebt. Das ist eine interessante Erkenntnis, die das Leben sehr einfach macht. Unter allen Umständen ist Glück und Unglück möglich, gute Laune, Langeweile, Spaß etc. Um es mit den Philosophen des Fanta-Marketings zu sagen: Spaß ist, was du draus machst.

Ich habe so viele Menschen getroffen. Die meisten nur kurz, manche etwas länger, die meisten nur oberflächlich, manche intensiver. Aber in der Summe einfach eine tolle Sache, so vielen Menschen zu begegnen, die alle irgendetwas machen in dieser Welt. Arbeiten, reisen, Tauchlehrer, Manager, Lehrer, Praktikanten, Studenten, Rentner, Pokerspieler, Handwerker, Künstler und alle Einheimischen meiner Reiseorte, die einfach nur Essen kochen, Wäsche waschen, saubermachen, Muster in Milchschaum wedeln, Taxi fahren, Musik machen.

Ich habe immer noch wenige Sachen. Mein Rucksack ist mein Zuhause. Es funktioniert nach wie vor, einige Inhalte haben sich geändert, aber der Gesamtumfang ist in etwa gleich geblieben. Und es fehlt immer noch nichts. Leute, macht Euch frei von Sachen. Es macht das Leben so viel einfacher.

Einiges war in den letzten Monaten genauso wie zu Hause. Die Zeit vergeht schnell. 9 Monate? Niemals! Meine Arbeit ist genau gleich, die gleichen Anfragen, die gleichen Tätigkeiten, die gleichen Probleme und Erfolge. Und es kommt mir ganz normal vor, alles von unterwegs zu regeln.

Manches war anders: Ich habe mehr Kaffee getrunken, da ich ja immer in Coffeeshops sitze. Ich habe mehr bei McDonalds gegessen als sonst. Ich habe mein Frühstück von Brot mit Belag auf Müsli umgestellt. Ich verwende kein Portemonnaie mehr, sondern trage Geld in der Hosentasche.

Worauf ich ja überhaupt keine Lust habe, ist, meine Wäsche wieder selbst zu waschen.

Und bevor ich Euch in weiteren Banalitäten ertränke, mache ich jetzt Schluss. Ich dachte halt, ich kann an diesem Tag nicht nichts schreiben. Bis gleich!