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Wir haben viele Identitäten. Du bist Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, Angestellter, Chef, Betreuer, Lehrer, Schüler usw. Je nachdem, wo und in welchem Kontext Du Dich bewegst, kommen andere Facetten deiner Persönlichkeit zum Ausdruck. Normalerweise sind die Identitäten exklusiv auf ein bestimmtes Umfeld begrenzt; bei Deiner Arbeit weiß zum Beispiel niemand, wie Du Dich mit deiner Freundin verhältst. Mir ist gestern aufgefallen, dass mehrere meiner Identitäten mit einer Webpräsenz ausgestattet sind. Ich bin Billardtrainer, Onlinehändler, Freelancer und digitaler Nomade, und hier gibt es sogar das komplette Bild: about.me/pbaumann. Das macht es dann natürlich etwas unwahrscheinlicher, dass die Identitäten auf den jeweils ihnen zugedachten Kontext beschränkt bleiben.

Mix it, baby

Es kann also passieren (und passiert bereits), dass Menschen aus einem Kontext online über eine meiner Identitäten aus einem anderen Kontext stolpern. Ich habe bisher immer gedacht, dass das zu Problemen führen kann und dass ich es eher vermeiden sollte. Ich hatte es nicht ausgeschlossen, dann hätte ich ja nicht online publizieren dürfen, aber ich wollte es eben nicht begünstigen. Wie reagieren Geschäftskunden von mir, wenn sie meine persönlichen Ergüsse hier auf heldenleben.com lesen? Wie wirkt es, wenn mich ein Geschäftskunde auf Youtube beim Billard spielen sieht? Ist das nicht zu privat? Wie finden es meine Kunden, dass ich aus dem Rucksack lebe, heute in Bangkok, morgen in Malaysia und übermorgen in Polen bin? Dass ich in billigen Hostels schlafe?

Ich bin die eierlegende Wollmilchsau – und Du auch!

Ich hatte da anfangs große Bedenken. Mittlerweile jedoch habe ich gemerkt, dass die meisten es ganz cool finden. Und die es nicht cool finden, passen dann wohl nicht zu mir. Sie merken es ja doch irgendwann. Dann lieber gleich authentisch sein. Und der nächste logische Schritt ist dann, es nicht aus der Not heraus, sondern mit Absicht zu tun: die Vielseitigkeit deiner Person nicht verbergen, sondern zu einer Unique Selling Proposition (USP) machen! Gute Web-Freelancer, Billardtrainer, Onlinehändler und Blogger gibt es viele, aber einen guten Web-Freelance-Billardtrainer-Onlinehändler-Digitaler-Nomade-Blogger? Da gibt es nicht mehr viele, da bin ich einzigartig, und das können ruhig alle wissen!

„Mach Dein Ding“ jetzt auch als Bewegung

Das passt zu einer anderen Entdeckung von gestern, die ich unbedingt mit Dir teilen will. Das Motto meiner Website ist „Mach Dein Ding“, und wenn ich etwas nennen will, was mich motiviert und was ich mir als dauerhaften Lebensinhalt vorstellen kann, dann, mein Ding zu machen und Dich dabei zu unterstützen und zu ermutigen, Dein Ding zu machen. Gestern schließlich bin ich auf eine deutsche Organisation gestoßen, die sich die gleiche Aufgabe gestellt hat: millionways.

Im Moment gibt es außer einer Website mit der Beschreibung der Mission, der Mitstreiter (darunter der von mir sehr geschätzte Gerald Hüther) und der Pläne nicht viel, aber ich finde es toll, dass es eine Organisation gibt, die sich das auf die Fahnen schreibt. Immer wieder, wenn über zwischenmenschliche oder gesellschaftliche Probleme diskutiert wird, über Ärger, Streit, Unglück etc., dann denke ich, dass viele dieser Probleme gelöst wären, wenn die Menschen mehr ihr Ding machen würden. Das ist nicht „nice to have“, das ist keine Traumtänzerei, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden einzelnen und für die Gesellschaft.

Also, das Fazit dieses Post soll sein: Zeige Deine Vielfältigkeit! Überschreite die Grenzen deiner Identitäten, zeige Dich und mach Dein Ding. Ganz einfach eigentlich. Rock on!

Welche Identitäten hast Du? Welche Kreise grenzt du gegeneinander ab? Welche Deiner Interessen, Fähigkeiten und Talente entfaltest Du noch nicht? Schreib es in die Kommentare!

PS: Auf millionways stieß ich übrigens über dieses Interview mit Gerald Hüther.