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Du kennst das: Du stehst vor einer Entscheidung und weißt nicht, welche Wahl Du treffen sollst. Und nicht nur, dass Du nicht weißt, welche Variante Dir lieber ist, oft spielt auch die Moral eine Rolle. Wie wird X darüber denken? Was sagt Y dazu? Wie stehe ich dann da?

Kürzlich habe ich Dir das Buch „The Personal MBA“ empfohlen. Beim erneuten Lesen des Buches bin ich über zwei einfache Regeln gestolpert, um integer zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Diese beiden Regeln sind so einfach, dass sie immer leicht anzuwenden sind, und gleichzeitig so schlüssig, dass sie dir helfen, Klarheit zu gewinnen. Sie heißen „Zeitungsregel“ und „Enkelregel“.

Die Zeitungsregel

Die Zeitungsregel hilft vor allem bei kurzfristig wirkenden Entscheidungen. Du stellst Dir vor, dass Deine Entscheidung morgen auf der Titelseite der Bild-Zeitung veröffentlicht wird. Wie werden Deine Freunde, Verwandte und Menschen, die Dich kennen, darauf reagieren? Wie fühlst Du selbst Dich damit? Triff die Entscheidung, die Du am ehesten öffentlich vertreten könntest. Und wer weiß, vielleicht steht eine Deiner Entscheidungen ja wirklich mal in der Zeitung.

Die Enkelregel

Diese Regel ist eher für Entscheidungen gedacht, die langfristig wirken. Stell Dir vor, Du erzählst Deinen Enkeln in 30, 40 Jahren von Deiner Entscheidung. Wie werden Sie reagieren und was wirst Du denken? War die Entscheidung die richtige? Oft vernebeln kurzfristige Überlegungen die langfristige Auswirkung Deiner Entscheidung. Mit der Enkelregel kannst Du prüfen, mit welcher Entscheidung Du Dich auch langfristig wohl fühlen wirst.

Entscheidungen treffen mit Reue rückwärts

Die Enkelregel hat mich noch an einen Gedanken erinnert, der mir öfter kommt. Du bereust sicher auch manchmal vergangene Entscheidungen. Das ist menschlich, aber meist unproduktiv. Du kannst es nicht mehr ändern. Bei mir kommen diese Gedanken oft in Form von: „Wenn ich jetzt noch einmal 20 wäre…“ (oder so ähnlich) Es gibt kaum einen deprimierenderen Gedanken als das.

Stattdessen kannst Du überlegen: „Was würde ich in zehn Jahren denken, was ich in meinem jetzigen Alter hätte machen sollen?“ Oft wiederholst Du bestimmte Muster bei Entscheidungen. Wenn Du also eine Entscheidung aus der Vergangenheit bereust, kannst Du stattdessen überlegen: Wie entscheide ich mich jetzt, damit ich diese Entscheidung später nicht bereue? Mir hilft das oft, verstrichenen Gelegenheiten nicht nachzutrauern, sondern stattdessen nach vorne zu schauen für die nächste Entscheidung bzw. Gelegenheit. Denn das hast Du sicher auch schon bemerkt: Man bekommt Herausforderungen so lange serviert, bis man sich ihnen stellt. Genug Zeit also, aus früheren Entscheidungen zu lernen.

Welche Tricks kennst Du, um Entscheidungen zu treffen? Fällt es Dir leicht oder schwer, Entscheidungen zu treffen?

Titelfoto von: Thomas Leuthard via Compfight cc