Wenn Du faul bist, mach Dich selbständig

Ich bin seit ziemlich genau 10 Jahren selbständig. In dieser Zeit wurde ich immer wieder darauf angesprochen, dass man dazu ja sehr diszipliniert sein müsse. Und dann: „Das könnte ich nicht.“ Ich habe natürlich immer genickt und bestätigt. Wer will nicht dauernd hören, was für ein toller, disziplinierter Hecht er ist? Doch in Wahrheit ist es umgekehrt.

Immer wieder hatte ich den Gedanken: Moment mal, ich bin doch gar nicht so zielstrebig. Ich eiere gerne rum, ich probiere vieles aus und ich lasse auch mal gerne Fünfe gerade sein. Bin ich gar kein richtiger Unternehmer? Bin ich ein Hochstapler?

Bequem = effizient

Die Antwort ist ganz einfach: Selbständigkeit ist die beste Arbeitsform für bequeme Menschen. In einem Job als Angestellter ließ meine Leistung nach der ersten Euphorie immer stark nach. Warum? Weil es ging. Angestellte werden nach Anwesenheit bezahlt, nicht nach Ergebnissen. Klar, es gibt Zielvereinbarungen und je nach Unternehmen mehr oder weniger Druck auf dem Kessel. Aber das Gehalt kommt monatlich aufs Konto, egal, was Du gemacht hast. Ich habe meinen letzten Job als Angestellter gekündigt, weil ich Angst hatte, das Arbeiten zu verlernen.

Ich habe meinen letzten Job als Angestellter gekündigt, weil ich Angst hatte, das Arbeiten zu verlernen.

In der Selbständigkeit wirst Du nur für eins bezahlt: Ergebnisse. Machst Du Deine Kunden glücklich? Hier ist Dein Honorar. Machst Du es nicht? Dann bleiben die Kunden aus und du sitzt auf dem Trockenen.

Ergebnis = Geld

Es ist in der Selbständigkeit auch egal, wie lange Du für eine Aufgabe brauchst oder ob Du sie überhaupt selbst gemacht hast. Ist der Kunde zufrieden, wird bezahlt. Das belohnt enorm den faulen Menschen. Ich werde für Effizienz belohnt. Ich werde dafür belohnt, ordentliche Ergebnisse in kurzer Zeit zu erzeugen. Das ist die perfekte Arbeitsweise für mich. Und wenn ich zu wenig mache, folgt die Strafe auf dem Fuß: keine Kohle.

Wenn Du denkst, dass Du ein eher bequemer Mensch bist, solltest Du Dich ernsthaft damit beschäftigen, selbständig zu werden. Es ist die beste Motivation, um aus dem Arsch zu kommen.

5 Kommentare

  • Lieber Patrick,
    Du sprichst mir aus der Seele. Ja, selbständig heißt für viele wahrscheinlich selbst und ständig, aber wenn man wirklich darüber nachdenkt, ist es eben ein geniales Lebensmodell mit der Möglichkeit die Dinge zu tun, die man wirklich tun will und die für einen auch Sinn machen. Nach 13 Jahren (soweit ich das für mich beurteile: erfolgreicher) Selbständigkeit als Vermögensberaterin bin ich absolut froh über meine damalige Entscheidung. Aussuchen, wann, wie, mit wem ich arbeiten möchte und einfach Eigenveranwortung für mein Leben übernehmen. Das macht Sinn und erfüllt.

    • Romy, schön, von Dir zu hören! Und du hast natürlich Recht… Hätte aber nicht vermutet, dass du so faul bist 🙂

  • Hallo,
    so in diesem Zusammenhang, habe ich es noch nie gelesen. War sehr überrascht. Danke für diese neue Sichtweise. Schaue mir deinen Blog mal genauer an.

  • Als ich den Titel dieses Artikels gelesen habe, musste ich sofort drauf klicken und weiter lesen…
    Das ist eine wirklich sehr interessante Perspektive! Vor allem, weil ich auch mal gefragt wurde, ob Selbstständigkeit für mich überhaupt das richtige sei, da ich auch eher bequem bin. Seitdem ich meinen 9-5 Job abgegeben habe bin ich aber, genau wie du das hier beschreibst, auch viel produktiver und mit mir selbst zufriedener geworden. Es ist Balsam für die Seele, davon zu lesen, dass es anderen auch so geht.
    Danke, dieser Post wird mich heute auf jeden Fall viel ruhiger schlafen lassen. Und in Zukunft auch.

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