Meine kugelsichere Morgenroutine

Ich bin ein ziemlicher Morgenmuffel. Nicht so sehr, dass ich schlechte Laune habe; aber ich komme unglaublich schwer in die Gänge und habe oft keine Lust, den Tag zu beginnen. Das ist wahrscheinlich hart in meinen Quellcode eingebaut, und ich kann es grundsätzlich nicht ändern, eine Eule zu sein.

Genau da setzt meine Morgenroutine an. Sie nimmt mir Entscheidungen ab, indem ich morgens einfach immer das gleiche mache. Und dann ist der Tag auch schon da.

So, wie sieht sie denn nun aus, meine Routine?

Vorbereitung am Vorabend

Der erste Schritt meiner Morgenroutine findet schon am Vorabend statt: Ich schalte mein Smartphone auf lautlos und in den Flugmodus. So vermeide ich, dass ich von Anrufen oder App-Benachrichtigungen geweckt werde. Ich schalte das Smartphone auch erst wieder nach Ablauf meiner Morgenroutine ein, damit ich mir nicht schon morgens, am besten noch vor dem Aufstehen, meinen Facebook-Feed oder geschäftliche Emails reinziehe. Es gibt nichts mieseres am Morgen.

Ich stelle mir keinen Wecker, wenn ich keinen Termin habe. Schlaf ist mir wichtig, und ich beginne den Tag lieber eine Stunde später als unausgeschlafen. Das heißt aber auch, dass ich versuche, vor Mitternacht das Licht auszumachen. Das klappt recht gut.

aufstehen und Bett machen (1 Min.)

Wenn ich wach werde, versuche ich, so schnell wie möglich aufzustehen. Nach dem Aufstehen mache ich mein Bett – quick and dirty. Kein Hotelstandard, sondern einfach die Decke ausschütteln und ordentlich aufs Bett legen.

Ein Glas Wasser trinken und Vitamine nehmen (2 Min.)

Direkt danach trinke ich ein großes Glas Wasser und nehme eine Kapsel Vitamin D und eine Kapsel Vitamin C + Zink.

Frühstück machen, Teil 1 (5 Min.)

Ich setze Kaffee mit meiner Espressokanne auf und daneben einen Topf, in dem ich mir ein paar Linsen und tiefgekühlten Spinat koche. Wenn das passiert ist, kommen…

Dehnübungen / Yoga (5 Min.)

Während der Kaffee kocht, mache ich ein paar Sonnengrüße. Nur ein paar Minuten, um meine Glieder zu strecken. Meist ist der Kaffee fertig, wenn ich 3-4 Sonnengrüße gemacht habe.

Frühstück machen, Teil 2: Bulletproof Coffee und Spiegeleier (10 MIn.)

mein Super-Frühstück
mein Super-Frühstück

Den Espresso gieße ich in ein großes Glas und füge ein Stück Butter und ein Stück Kokosöl hinzu. Das ganze verquirle ich zu einem „Bulletproof Coffee„. Klingt komisch, ist aber gesünder und aktivierender als ein Kaffee mit Milch und Zucker. Nebenbei brate ich drei Spiegeleier und mein Frühstück ist perfekt.

Frühstücken und ein Buch lesen (20-30 Min.)

Während ich in aller Ruhe mein Frühstück esse und meinen Kaffee trinke, lese ich ein Buch. Das kann mal ein Roman sein, manchmal aber auch ein Sachbuch. Hier eine Liste von Büchern, die ich wärmstens empfehle. Bevor ich angefangen habe, mein Smartphone abends auszuschalten, habe ich beim Frühstück oft ins Handy gestarrt und mir auf Facebook den ganzen Schrott reingezogen, der da so durchrauscht. Mein Tag beginnt viel besser, seit ich das nicht mehr mache.

Meditieren (15 Min.)

Meine Gedanken sind permanent am Rasen: Ich mache mir Sorgen, habe Ideen, mir fallen Dinge ein, die ich unbedingt schnell erledigen muss. Manchmal macht es mich wahnsinnig. Mir war schon lange klar, dass Meditation helfen könnte. Jetzt habe ich es endlich geschafft, eine tägliche Meditation in meinen Tagesablauf einzubauen.

Ich hatte schon mehrfach versucht, mit der App „Headspace“ mit Meditation anzufangen, hatte aber jeweils nach 3-4 Tagen wieder abgebrochen, weil ich keine Zeit dafür freigemacht hatte. Nicht so dieses Mal: Vor gut einer Woche habe ich den Einführungskurs „Take 10“ beendet und bin jetzt seit ca. drei Wochen dabei.

Das Gute an der Morgenroutine ist eben, dass man sich für Dinge bewusst und regelmäßig Zeit nimmt, die sonst schnell im Rausch der täglichen Aufgaben untergehen.

Duschen (10 Min.)

Duschen klingt erst einmal unspektakulär. Ich habe aber seit ca. einem halben Jahr einen besonderen Teil mit eingebaut.

Ich dusche erst einmal normal mit warmem Wasser und reinige meinen Körper. Danach allerdings dusche ich jeweils ca. 20 Sekunden kalt, dann heiß, dann wieder kalt. Ich habe irgendwo gelesen, dass das dafür sorgt, dass der Körper wacher wird, da das kalte Wasser den Kreislauf anregt. Ich kann das bestätigen!

Zusammen mit dem Bulletproof Coffee funktioniert das für mich wunderbar, ich bin nach der Dusche frisch und voller Tatendrang. Es ist allerdings nicht angenehm und daher ein Grund für viele, es nicht zu machen. [tweetable alt=““ hashtag=““]Nicht angenehm zu sein trifft aber auf viele guten Dinge zu.[/tweetable] Es ist wohl das Schicksal unserer Zeit, dass „angenehm sein“ („Convenience“) das höchste aller Güter ist.

Schreiben (30 Min.)

Nach dem Duschen kommt der letzte Punkt der Routine: Ich schreibe ca. eine halbe Stunde. Das kann ein Blogbeitrag sein oder ein anderer Text, den ich für eines meiner Projekte benötige. Oder aber ich mache einfach ein Freewriting und schreibe alles auf, was mir einfällt, so wie die bekannten Morgenseiten von Julia Cameron. Schreiben ist eine Sache, die mir gut tut, die ich gerne mache und die ich regelmäßig machen möchte. Mit der halben Stunde Schreiben am Morgen habe ich dann schon etwas produziert, bevor der Tag richtig losgeht.

Nach der Morgenroutine

Nach der Routine kann es sein, dass ich meine Wohnung verlassen muss, weil ich einen Termin habe. Wenn das nicht so ist, versuche ich, eine wichtige Sache zu erledigen, bevor ich mich meinen Mails oder anderer Kommunikation widme. Meist klappt das ganz gut, manchmal aber auch nicht.

Ein perfekter Start in den Tag

Wie Du siehst, dauert meine Morgenroutine ganz schön lange (1,5-2 Stunden) und beinhaltet etliche Punkte. Sie sorgt aber dafür, dass ich den Tag positiv starte und viele gute Dinge für mich selbst mache. Es gibt das Sprichwort, dass man den Tag gewinnt, wenn man den Morgen gewinnt(„If you win the morning, you win the day.“), und ich finde, da ist etwas wahres dran.

Übrigens ist die Morgenroutine keine sklavisch zu befolgendes Pflichtprogramm, sondern eine Liste von Dingen, die man idealerweise macht. Tim Ferris nennt es einen Erfolg, wenn er von den fünf Dingen auf seiner Morgenroutine-Liste drei macht (in dieser Episode seines Podcasts verrät er übrigens, welche Dinge das sind).

Hast Du eine Morgenroutine? Wie sieht sie aus?

6 Kommentare

  • Hey Patrik,

    Kokosnuss Oil ist der King! Jeden Tag ein Löffel davon und man nimmt mehr gutes Fett zu sich als in keinem anderen Lebensmittel. Das Zeug kann echt viel! Einige empfehlen sogar morgens mit einem Löffel zu gurgeln da es besser gegen Zahnfleischprobleme hilft als jedes Mundwasser. Ich tu es immer in meinen Morgendlichen Smoothie gepaart mit Banane und Ananas eine Wahre guten morgen Explosion!

    Trinkst du dein Glas Wasser morgens Kalt oder warm?

    Eine Tasse trinkwarmes Wasser (gekocht und wieder abgekühlt) sorgt dafür das deine Verdauung und dein Stoffwechsel am Morgen voll in fahrt kommt.

    Isst du jeden tag das selbe?

    Auf jeden fall toller Artikel!

    • Hi Kai, danke für den Kommentar! Ich versuche das mit dem Gurgeln („Ölziehen“) seit zwei Wochen auch. Ist ein bisschen eklig, aber interessant 🙂

      Das Wasser trinke ich einfach kalt.

      Ja, außer am Cheat Day esse ich morgens immer das gleiche Frühstück. Mittags und abends aber verschiedene Dinge.

  • Hey Patrick,

    danke für den Einblick in deine Morgenroutine. Ich bin über die Lifehackz Show darüber gestolpert. Deine Duschroutine finde ich interessant. Ich hab es ja auch mal mit kalt duschen versucht, aber gerade in der kalten Jahreszeit ist das ziemlich… wäh.
    Hast du dich da erstmal langsam rangetastet, oder bist du direkt zu den Schnappatmungs-Temperaturen gegangen?

    Ansonsten folgt meine Morgenroutine eher dem Miracle Morning von Hal Elrod, falls du den kennst.

    Viele Grüße

    Marc

    • Hi Marc, schön, dass Du hierher gefunden hast.

      Ich bin gleich in die Schnappatmung übergegangen beim Duschen 🙂 Am Anfang habe ich komische Laute von mir gegeben, mittlerweile ertrage ich es mit stoischer Ruhe. Angenehm ist es natürlich nicht. Es gibt aber auch Leute, die machen eine Challenge, in der man 5 Minuten kalt duschen muss, und zwar nicht aus physischen Gründen, sondern um sich zu trainieren, unangenehme Dinge auszuhalten. Stichwort Komfortzone.

      Miracle Morning sagt mir nichts, aber werde ich mir mal ansehen. Danke!

      Viele Grüße
      Patrick

  • Hallo Patrick,

    Ich finde deine Morgenroutine ziemlich gut und strukturiert. Bei mir dauert das auch so lang… als mir das letzte mal von meinem Bulletproof coffee schlecht geworden ist, hab ich das Kokosöl dann nur noch zum Ölziehen benutzt und trinke „normalen“ Kaffee. Oder einfach Kaffee mit ein wenig Kokosöl, ohne Butter. Aber vielleicht habe ich an dem Tag auch einfach zu viel Butter genommen… wer weiß.
    Mehr Yoga/Mobility zwischendurch einzubauen versuche ich auch gerade. Klappt ganz gut, nur leider irgendwie noch nicht morgens. Vielleicht benötige ich auch mehr kaltes Wasser vorher oder so…
    Ich entdecke immer mehr, wie wichtig Morgenroutinen und Routinen überhaupt sind und wie sie uns prägen können. Es ist immer wieder interessant darüber zu lesen, wie andere ihren morgen gestalten und neue Inspiration für kleine Optimierungen hier und da zu bekommen. Danke!
    Und auch ein Danke an Marc. Das Buch habe ich mir eben im Kindlestore angeschaut und eine Leseprobe runtergeladen. Wusste gar nicht, dass es Bücher darüber gibt. Sehr praktisch.

    Liebe Grüße aus Thailand,

    Daisy

    • Hi Daisy, danke für Dein Feedback. Habe meine Morgenroutine mittlerweile sogar ausgebaut und sie dauert jetzt über zwei Stunden 🙂 Das mit dem Schlechtwerden vom Bulletproof Coffee kenne ich auch, meist, wenn ich ihn länger nicht getrunken habe. Einfach weitermachen 🙂

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