Krakau: Für digitale Nomaden sehr geeignet!

Digitale Nomaden sind immer auf der Suche nach guten Orten, um länger zu bleiben. Wir sind ja nicht im Urlaub, sondern haben richtig geile Projekte, die wir voranbringen wollen. Hotspots wie Chiang Mai in Thailand und Medellín in Kolumbien sind weithin bekannt, aber wie sieht es eigentlich in Europa aus? Ich war die letzten zehn Tage im polnischen Krakau um nachzuschauen. Mein Fazit: Daumen hoch!

Nach meinem Beitrag über Berlin für digitale Nomaden und während ich das hier schreibe, stellt sich zunächst mal die Frage: Was braucht eine Stadt eigentlich, um für digitale Nomaden zu taugen? Für mich braucht es das:

  • günstige Mieten für möblierte Zimmer oder Wohnungen
  • günstige Lebenshaltungskosten
  • gutes Internet
  • nette Atmosphäre, attraktive Stadt
  • nice to have: Community digitaler Nomaden, Startup-Szene (wobei zu viel auch nerven kann, bin nicht so der Gruppenmensch)
  • und wahrscheinlich nur für mich wichtig: Gibt es gute Billardsalons?

Wohnen

Ich habe mir nicht angesehen, was möblierte Zimmer in Krakau kosten. Aber zwei Dinge sprechen dafür, dass ich ein Zimmer für unter 300,- Euro finden würde: Es gibt für kurze Aufenthalte auf AirBnB etliche schöne Zimmer ab 10,- Euro / Tag (so viel habe ich bezahlt). Und es gibt mehrere Unis und laut Wikipedia zwischen 120.000 und 170.000 Studenten jährlich in Krakau. Eine schnelle Suche auf Craigslist brachte gleich ein nettes WG-Zimmer in der Stadtmitte für 250,- Euro.

Leben

Im Vergleich zu Deutschland lässt es sich schon deutlich günstiger hier leben. Ich hatte zum Beispiel einen richtig guten Burger mit Pommes bei Love Krove für ca. 5 Euro. Ein großes Bier kostet zwischen 1,50 und 2 Euro, guter Cappuccino zwischen 1,50 und 2,50. Also nicht so billig wie in Asien, aber dafür liegt es um die Ecke.

WLAN

Mein erster Eindruck war, dass kostenloses WLAN nicht überall gang und gäbe ist. Ich habe schon ein, zwei Tage gebraucht, um eine gute Auswahl an WLAN-Orten zusammenzufinden. Zusammen mit dem guten mobilen Internet ist die Stadt aber definitiv für digitale Nomanden geeignet, was die Datenverbindungen angeht. Hier ein paar Tipps:

Frania Cafe/Bar

Das erste Café, das ich ausprobiert habe, und gleich ein Treffer. Bei 38 Grad Außentemperatur war ein Café im Keller genau das richtige. Das Frania ist eine Kombination aus Café und Waschsalon, spielt immer richtig gute Musik, es gibt eine gute Kaffeemaschine und die Preise sind günstig (ca. 1,75 Euro für einen großen Cappuccino). Es liegt zwischen Altstadt und dem ehemals jüdischen Viertel Kazimierz und lag gleich um die Ecke von meinem Wohnort.

Regus

Die Regus Business Lounges gibt es über 1000 Mal weltweit. Mit diesem Trick bekommt man eine Goldkarte für ein Jahr umsonst, mit der man die Business Lounges nutzen kann. Freundlicher Service, gutes Internet und gratis Kaffee! Rechtzeitig kündigen nicht vergessen, sonst verlängert sich die Karte und kostet 600 USD im Jahr!

Colab

Zusammen mit Johannes von Webworktravel entdeckte ich diesen State-of-the-Art Co-Working Space, direkt in der Straße, in der ich auch wohnte. Die schnellste Internet-Verbindung der Stadt und eine schöne Klimaanlage bei über 30 Grad machten es uns einfach, in ein paar Stunden ein bisschen Arbeit wegzuschaffen.

Cafe Młynek

Erst am vorletzten Tag fand ich dieses vegane Café / Restaurant, ebenfalls in Kazimierz. Das Internet war gut, der Kaffee auch, und auf der Karte stehen ein paar leckere Gerichte. Ein bisschen teurer als in anderen Cafés, aber immer noch günstiger als in Deutschland.

mobiles Internet

Wenn ich neu in einer Stadt ankomme, mache ich zwei Dinge: 1. Geld am Automaten ziehen. 2. Lokale SIM-Karte mit mobilem Internet kaufen. In Krakau habe ich mir eine SIM-Karte von Orange besorgt. Man bekommt sie an den meisten Zeitungskiosken. Es gab so gut wie überall HSDPA und 500MB kosten gerade mal 16 Zloty (ca. 4 Euro). Da in meiner Unterkunft in den ersten Tagen das Internet nicht funktionierte und ich mir auch erst mal gute Cafés suchen musste, war das ein gutes Backup. Und das Google Maps in fremden Städten eine tolle Sache ist, brauche ich Dir nicht zu erzählen.

Mehr über Krakau

Ich habe Krakau als eine sehr lebendige, schöne und freundliche Stadt kennengelernt. Es gibt Cafes, Restaurants, Ausstellungen und Museen, Sehenswürdigkeiten, eine lebhafte Jazzszene und ein reges Nachtleben.

Diese beiden Beiträge mit Empfehlungen weckten bei mir den Eindruck, dass Krakow einiges zu bieten hat:

Was die Startup-Szene angeht: Wir trafen einen Personalvermittler, der uns die beeindruckende Zahl von 3000 Programmierern in Krakau nannte. Und dieser Artikel beschreibt, dass es besonders viele Entwickler gibt und weniger Business-Leute: http://venturevillage.eu/krakow-intro-startup-safary Das sei in Berlin anders herum. Eine Chance für Berliner Startups oder für Dein Business?

Ach ja, gute Billardsalons in Krakau habe ich auch gefunden: Break Billard Club (für ernsthafte Spieler) und The Stage (sehr schöner Laden).

Warst Du schon Krakau? Was hat Dir am besten gefallen? Welche Orte in Europa kannst Du empfehlen? Wäre fantastisch, wenn Du Deine Tipps als Kommentar hinterlässt!

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